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Leserbrief zu „…dass der Rhytmus in die Kirche kommt“
Leserbrief von Günther Brand zum Artikel „…. dass der Rhythmus in die Kirche kommt“ im Würzburger katholischen Sonntagsblatt, Nr. 35 vom 31. August
"Im Würzburger katholischen Sonntagsblatt Nr. 35 vom 31. August 2008 wurde dargestellt wie die moderne, rhythmische Musik Einzug in die Kirchen, speziell auch in der Diözese Würzburg, gehalten hat. Bei dieser Betrachtung, die nach 45 Jahren Praxis sicher sehr sinnvoll ist, kann man auch Rückschlüsse ziehen, Erkenntnisse gewinnen, die vielleicht zum Nachdenken oder einer radikalen Umkehr führen können.
Das Heil der Seelen und die Verherrlichung Gottes ist Zweck wie Maßstab für das gesamte Sein und Tun der Kirche, für alle Einrichtungen, Strukturen und Aktivitäten. So sollten auch die traditionellen wie auch die rhythmischen Lieder im Gottesdienst letztendlich dem Heil der Seelen und der Verherrlichung Gottes dienen.
Nun gibt es aber bestimmte, vorhandene Gegebenheiten und Gegensätze die sich wie Feuer und Wasser, wie heiß und kalt, gegenüberstehen. Einer dieser Gegensätze ist das Mysterium und der Rhythmus. Das Mysterium beinhaltet das geheimnisvolle, tiefe, unergründliche und doch reale Geschehen der Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers Christi in der hl. Messe. Dieses Geheimnis der Eucharistie findet für den Gläubigen seinen Höhepunkt in einer stillen ganz persönlichen Anbetung Christi im Herzen des Anbetenden. Dabei ist kein Platz für Rhythmus, für Trommel und Bewegung. Auch im Umfeld des Anbetenden ist dafür kein Platz. Bringt man trotzdem den Rhythmus, so hört die Anbetung auf. Das Gespür für das „Geheimnis des Glaubens“ schwindet. Die Menschen können das tiefe Geschehen bei der Feier der hl. Messe nicht mehr erfassen. Und gerade diese Entwicklung kann man schon seit 45 Jahren ganz deutlich erkennen. Ganze, in der Jugendzeit bei der Messe in den Rhythmus und in die Bewegung eingeführte Generationen stehen dem geheimnisvollen Geschehen in der Messe verständnislos gegenüber und bleiben heute dieser Messe fern.
Eine Jugendmesse ohne Band ist fast nicht vorstellbar, Rhythmus und Bewegung sind „in“. Gleichzeitig gehen aber auch keine tiefen Impulse mehr von diesen Veranstaltungen aus. Zurück bleibt eine gewisse Leere. Letztendlich sind die Jugendlichen auf der Suche nach dem Geheimnis, sie können es aber nicht mehr finden.
Die Jugend war schon seit Beginn begeistert dabei, so erzählt man heute. Dabei ist Jugend immer begeistert, wenn es etwas Neues gibt, aber wurden sie dabei tiefer zu Christus geführt? Diente dies zum Heil ihrer Seelen? War es nicht eine oberflächliche Begeisterung die wieder verflog, wenn die Band ihre Instrumente eingepackt hatte? Wo ist die Begeisterung für Christus geblieben? Was sind die Auswirkungen der Dekanats- und Diözesantage? Wo sind die Berufungen? Wo sind die christlichen Familien, die sich aus dieser Begeisterung gegründet haben? Wo ist die feste Haltung in wesentlichen Fragen der christlichen Moral? Wo ist das Engagement der Jugend gegen das brennende Problem der Abtreibung?
So bleibt nach 45 Jahren die Frage: hat der Rhythmus in der Kirche dem Heil der Seelen unserer Jugendlicher gedient? Ich würde diese Frage verneinen."
Anmerkung: Wer ebenfalls einen Leserbrief an das Würzburger Sonntagsblatt zu diesem oder einem anderen Thema senden möchte - hier die Adresse:
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GB
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