„Das Geheimnis erfolgreicher Bildung“ konnte auf einer Experten-Tagung in Düsseldorf überzeugend gelüftet werden: es liegt schlicht in der vertrauensvollen frühkindlichen Beziehung zu stabilen erwachsenen Bezugspersonen. Frühkindliche Prägung bestimmt in einem viel stärkeren Maße als etwa genetische Grundausstattung oder spätere Ausbildung den Lebenserfolg eines Menschen, inklusive Gesundheit, Lebenserwartung, Sozialkompetenz, Leistungsbereitschaft und Anfälligkeit für Kriminalität.
Die theoretischen und empirischen Belege für diesen Zusammenhang, den Wissenschaftler aus sechs Ländern in Düsseldorf interdisziplinär zusammentrugen, sind überzeugend. Vor diesem Hintergrund geriet die Kritik an den derzeit in Deutschland herrschenden politökonomischen Rahmenbedingungen für frühkindliche Prägung zum heimlichen Hauptthema der Tagung. Schon das Einführungsreferat von Dr. Christoph Meinecke gab hier die Richtung vor, indem es den massiven Ausbau von Kindertagesstätten in Deutschland mit der „Welt und dem Wesen des kleinen Kindes“ kontrastierte, für welches die frühe Fremdbetreuung in erster Linie Streß bedeutet.
Neue Erkenntnisse der molekularbiologischen Forschung
„Kindheit wirkt“, so das überzeugende Fazit des Schmerzforschers Prof. Ulrich T. Egle. Er stellte mit seinem beeindruckenden Vortrag die Grundperspektive der Tagung auf die Basis der sensationellen Erkenntnisse der jüngsten molekularbiologischen Forschung im Bereich der Epigenetik. Den Pionieren der Epigenetik um den kanadischen Forscher Michael Meaney gelang es im letzten Jahr, ihre Erkenntnisse von Mäusen und Ratten auf den Menschen zu übertragen. Gegenstand dieser Erkenntnisse sind bestimmte epigenetische „Schalter“, die als Steuerungsmechanismen oberhalb der genetischen Grundausstattung des Menschen wirksam sind und maßgeblich durch soziale Interaktion aktiviert werden. Das sogenannte „Epigenom“ ist für die menschliche Entwicklung mindestens so wichtig ist wie die Gene selbst und – dies ist eine der größten Überraschungen – kann ebenfalls über Generationen hinweg weitergegeben werden. Die Möglichkeiten für erfolgreiche, auch vergleichsweise kurzfristig wirksame Eingriffe zur Veränderung sind andererseits beim Epigenom sehr viel größer als beim Genom.
Es sind eben nicht die Gene, es ist die Gen-Aktivierung durch soziales Verhalten, die auf die Hirnentwicklung und den Hormonhaushalt des Menschen wirkt. Am stärksten aber ist diese Wirkung in der frühen Kindheit. Was beim Kleinkind grundgelegt wird, läßt sich später beim Schüler, Azubi oder Studenten nur noch mit enormem Aufwand verändern. Diese Erkenntnisse aus Hirnforschung, Psychologie und Epigenetik zur frühkindlichen Bindung werden im übrigen durch die empirische Sozialforschung schon seit langem und regelmäßig bestätigt. Michael Meaney und Kollegen werden jetzt als heiße Kandidaten für den nächsten Nobelpreis gehandelt.
Ungünstige gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen für Familien
Der zentrale Ort für die „Reifwerdungsprozesse“ der Kinder in der warmen, erfüllenden Bindung an Erwachsene ist im Regelfall die Familie. Außerfamiliäre Bindungsprozesse sind dort am erfolgreichsten, wo sie wie eine Nachahmung der familiären Konstellation aufgebaut sind. Ein solches Umfeld ist aber unter den herrschenden sozioökonomischen Bedingungen auch in der Familie immer weniger gegeben. Der Soziologe Prof. Tilman Allert sagte sogar eine weitere „Erosion von Elternschaft“ voraus. Die Idee der Familie als eine „auf ewig gestellte Kommunikationsbeziehung“ in der „Gleichzeitigkeit von Streit und Versöhnung“ gelebt und daran auch der Bildungsprozeß des Kindes ausgerichtet wird, gerate immer stärker unter den Druck der „Vereinbarkeit“ von Familie und Beruf. Allert bezeichnete die Vereinbarkeitsthese als eine elterliche „Selbstsuggestion“. Vereinbarkeit gebe es nur „im Paradies, aber nicht bei Lufthansa“...
Autoren: Freifrau zu Guttenberg und Carlos A. Gebauer
(... den kompletten Artikel unter dem Titel "Tagungs-Bericht: „Das Geheimnis erfolgreicher Bildung“" finden Sie im Internet - Link: familien-schutz.de/?p=3621 )
Technischer Fortschritt und moralische Potenz: Gleichschritt überlebenswichtig!
Exzerpt aus dem ZDF-Interview mit Papst Benedikt XVI. am 5. August 2006 in Castel Gandolfo:
(...)
ZDF: Heiliger Vater, meine Frage schließt in gewisser Weise an die von Pater von Gemmingen an. Weltweit erhoffen sich Gläubige Antworten auf die global drängenden Probleme von der katholischen Kirche. Stichwort hier AIDS und Überbevölkerung: Warum stellt die katholische Kirche die Moral so heraus und über die Lösungsansätze für dieses Schicksalsproblem der Menschen, beispielsweise im afrikanischen Kontinent.
Benedikt XVI.: Ja nun, das ist die Frage: Stellen wir wirklich die Moral so heraus? Ich würde sagen – so hat es sich mir auch im Gespräch mit den afrikanischen Bischöfen immer mehr kristallisiert: Das grundlegende Stichwort, wenn wir in diesen Sachen vorankommen wollen, heißt Erziehung, Edukation, Bildung. Fortschritt kann nur Fortschritt sein, wenn er dem Menschen dient und wenn der Mensch selber wächst: wenn in ihm nicht nur das technische Können wächst, sondern auch seine moralische Potenz. Und ich denke, das eigentliche Problem unserer historischen Situation ist das Ungleichgewicht zwischen dem ungeheuren rapiden Anwachsen dessen, was wir technisch können, und unserm moralischen Vermögen, das nicht mitgewachsen ist. Und deswegen ist die Bildung des Menschen das eigentliche Rezept, der Schlüssel von allem, und das ist auch unser Weg. Und zwar hat diese Bildung, kurz gesagt, zwei Dimensionen: Zunächst einmal müssen wir natürlich etwas lernen: Wissen, Können erwerben, Know-How, wie man so schön sagt. Und dafür hat Europa, Amerika, in den letzten Jahrzehnten viel getan, und das ist etwas Wichtiges. Aber wenn man nur Know-How weitergibt, nur beibringt, wie man Maschinen macht und mit ihnen umgeht, und wie man Verhütungsmittel anwendet, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass am Schluss Krieg herauskommt und AIDS-Epidemien. Sondern wir brauchen zwei Dimensionen, es muss die Bildung des Herzens, wenn ich's so sagen darf, mit dazukommen, durch die der Mensch Maßstäbe gewinnt und dann auch seine Technik richtig gebrauchen lernt. Und das ist es, was wir zu tun versuchen.
S. E. Bischof Dr. Walter Mixa: Über die mögliche Auferstehung mitten im Leben
S. E. Bischof Dr. Walter Mixa, spricht in einem Interview mit Michael Ragg über die Glaubwürdigkeit der christlichen Auferstehungshoffnung (..) und die mögliche Auferstehung mitten im Leben:
"... Michael Ragg: Auferstehung hat mit 'Aufstehen' zu tun. Jesus hat immer wieder Menschen geheilt und ihnen oft gesagt: “Steh auf!” Aber wir wissen ja, es fällt uns nicht immer leicht. Welche Hilfen hat der Glaube, hat die Kirche parat, um dann auch wirklich aufstehen zu können?
Bischof Mixa: Für mich ist die Beichte eine ganz entscheidende Hilfe. Im Empfang des Bußsakramentes weiß ich mich von Gott angesprochen: “Ich meine Dich, ich sage Du zu Dir.” Das, was falsch war, ist weggenommen. Dadurch wird mein Selbstbewusstsein erneuert. Durch die Liebe und Kraft Gottes bekomme ich die neue Möglichkeit, meinen Weg besser und hoffnungsvoller einzuschlagen. Es gäbe weniger Traurigkeit, Depressivität und Mangel an Lebensfreude, wenn die Menschen wieder mehr beichten würden.
Michael Ragg: Die Beichte ist damit sozusagen ein Hausmittel der Kirche. Ähnlich verhält es sich ja mit der Feier des Sonntags, den die Kirche ja als ein kleines Osterfest begreift. Doch der Charakter des Sonntag als Tag der Freiheit, des Durchatmens und der “Auferstehung” sieht sich durch Kauf-, Auto-, Möbelhäuser und andere angegriffen, die ihn für größeren wirtschaftlichen Erfolg nutzbar machen wollen…
Bischof Mixa: … und ich bin der Überzeugung, dass die gar nicht auf den Gedanken kämen, den Sonntag zu vermarkten, wenn wir als Christen den Sonntag richtig feiern würden. Aber wenn wir den Sonntag nutzen, um auszuschlafen, einen Tagesausflug zu unternehmen oder einer Freizeitgestaltung zu frönen, aber den Tag nicht als Möglichkeit zur Gottesbegegnung verstehen, dann gibt es natürlich viele, die sagen, die Christen nehmen ihren Sonntag überhaupt nicht mehr ernst. Wir müssen wieder erkennen, dass es den Sonntag nur gibt, weil es das Christentum gibt. Der Sonntag gehört Gott. Und der Sonntag gehört uns.
Michael Ragg: Wie ändert sich das Leben eines Menschen, wenn er den Sonntag ernst nimmt?
Bischof Mixa: Der Mensch findet dadurch zu hoffnungsvolleren Gedanken, er setzt sich mit der Frage auseinander, welchen tieferen Sinn das eigene Leben hat. Das wird natürlich durch die Feier der Heiligen Messe immer wieder angeregt. Und da sind auch wir Priester gefordert. Wir müssen davon wegkommen, nur einen Ritus zu feiern, damit er vollzogen ist. Wir müssen mit Leib und Seele, mit Herz und Sinn den Gottesdienst feiern, dass er erfahrbar wird: Hier spricht Christus zu uns, hier ist Jesus Christus mit seiner Liebe in Leiden und Sterben am Kreuz, mit seinem Leben in der Auferstehung ganz und gar für uns da.
Michael Ragg: Eine Art Auferstehung ist auch das allmorgendliche Aufstehen. Wie kann man denn jeden Tag so leben, den Abend, den Morgen, dass das tägliche Aufstehen zu einer “Auferstehung” wird?
Bischof Mixa: Mein Ratschlag lautet: Machen Sie nach dem Erwachen einfach das Kreuzzeichen über Ihren Leib!. Sagen Sie: “Danke, lieber Gott, für diese gute Nacht. Segne und beschütze mich und alle, die mir an diesem Tag anvertraut sind.” Nehmen Sie sich am Abend die Zeit zur Gewissens-Erforschung. Heute gibt es auch das Wort vom liebenden Nachdenken. Stellen Sie sich die Fragen: Wie war der Tag? Was war gut? Was konnte ich wirklich durch meinen persönlichen Einsatz Gutes hervorbringen? Was hat mich gefreut? Wo sind auch Defizite? Wo habe ich Kummer und Sorgen, die nicht bewältigt sind? Hierzu muss der Mensch aber auch bereit sein. Von nichts kommt nichts."
Tendenziell weniger AIDS in Ländern Afrikas mit mehrheitlich Katholischer Bevölkerung
Der „Diktatur des Relativismus“ widerstehen.
Bei seiner Generalaudienz am 5. August 2009, am Festtag des heiligen Pfarrers von Ars, rief Benedikt XVI alle Gläubigen zu Wertschätzung und Unterstützung der Priester auf. Er würdigte die „kreative Pastoral“ des heiligen Pfarrers“ und führte dann aus:
„Liebe Brüder und Schwestern, einhundertfünfzig Jahre nach dem Tod des heiligen Pfarrers von Ars, sind die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft nicht weniger anstrengend, ja, sie sind vielleicht noch vielschichtiger geworden. Wenn es damals die „Diktatur des Rationalismus“ gab, so ist heute in vielen Bereichen eine Art „Diktatur des Relativismus“ festzustellen. Beide scheinen keine angemessene Antwort auf die berechtigte Forderung des Menschen zu geben, die eigene Vernunft als entscheidendes und konstitutives Element der eigenen Identität voll auszuschöpfen. Der Rationalismus war ungeeignet, weil er die menschlichen Grenzen nicht berücksichtigte und verlangte, die Vernunft allein zum Maß aller Dinge zu erheben, indem er sie in eine Göttin verwandelte; der zeitgenössische Relativismus setzt die Vernunft herab, weil er tatsächlich am Ende behauptet, dass der Mensch über den konkreten wissenschaftlichen Bereich hinaus nichts mit Gewissheit erkennen kann. Heute wie damals jedoch ist der Mensch „begierig nach Sinn und Erfüllung", stets auf der Suche nach erschöpfenden Antworten auf die grundlegenden Fragen, die er sich unaufhörlich stellt.
Die Konzilsväter des Zweiten Vatikanischen Konzils waren sich dieses „Hungers nach Wahrheit", der im Herzen jedes Menschen brennt, deutlich bewusst, als sie erklärten, dass es „den Priestern als Erziehern im Glauben" obliegt, eine „echte christliche Gemeinschaft" zu bilden, die in der Lage ist, „allen Menschen den Weg zu Christus zu ebnen" und ihnen gegenüber „eine echte Mütterlichkeit" zu zeigen, dadurch, dass sie „denen, die noch nicht glauben, den Weg zu Christus weist und bahnt" sowie „die Gläubigen anregt, stärkt und zum geistlichen Kampf rüstet" (vgl. Presbyterorum ordinis; 6)
Die Lehre, die uns der heilige Pfarrer von Ars in dieser Hinsicht auch weiterhin vermittelt, ist, dass der Priester die enge personale Einheit mit Christus - die zu pflegen und Tag für Tag zu vergrößern ist - zur Grundlage dieser pastoralen Aufgabe machen muss. Nur wenn er in Christus verliebt ist, wird der Priester allen diese Einheit beibringen können, diese enge Freundschaft mit dem göttlichen Meister, nur so wird er die Herzen der Menschen berühren und sie für die barmherzige Liebe des Herrn öffnen können. Nur so folglich wird er in den Gemeinden, die der Herr ihm anvertraut, Begeisterung und geistliche Lebendigkeit hervorrufen können. Beten wir darum, dass Gott auf die Fürsprache des heiligen Jean Marie Vianney seiner Kirche heilige Priester schenke und dass in den Gläubigen der Wunsch wachse, ihr Amt zu unterstützen und ihnen zu helfen. Vertrauen wir dieses Anliegen Maria an, die wir am heutigen Tag als Maria Schnee anrufen.“
(LWT)
HippHopp oder Rosenkranz?
Viele Menschen, die wortstark fordern, dass die Kirche mit der Zeit geht, erreichen damit eigentlich, dass die Kirche mit der Zeit „geht“...
Oder lassen Sie uns die aktuelle Frage stellen:
Was ist unserer Kirche in Würzburg wichtiger? - "HippHopp" oder Rosenkranz oder vielleicht sogar "HippHopp beim Rosenkranz"?
In diesen Tagen besuchte der Hl. Vater Fatima. Die Botschaft der Gottesmutter an die drei Hirtenkinder Lucia (damals 9 Jahre alt), Francesco (8) und Jacinta (6) lautet schlicht:
„Betet täglich den Rosenkranz, um den Frieden der Welt und das Ende des Krieges zu erlangen!“
Der Besuch des Papstes könnte diese Botschaft, die immer wieder in Vergessenheit zu treten scheint, wieder in das Zentrum pastoraler Überlegungen rücken.
Die Gottesmutter sagt es zu Kindern und sie würde es sicher auch wieder zu allen Menschen dieser Welt und auch zu uns sagen. Hören wir in unseren Gemeinden auf ihre Botschaft?
Der bekannte Tanzlehrer Andy Lemond brachte in Gerolzhofen bei einem oekumenischen Kirchentag den Jugendlichen eine andere Botschaft:
„Kirche und Tanzen hat einen großen Zusammenhang, denn Tanzen verbindet Menschen, Musik verbindet Menschen.“ Jugendliche mit keinem oder ganz geringen Interesse an der Kirche - wie man hören konnte - wurden im Rahmen von kirchlichen Workshops, in den HippHopp Tanz eingeführt. Auch das sei Kirche, so die Moderatorin der Berichterstattung (Internet-Quelle: www.gloria.tv/?media=74338 ). - Ist das wirklich die Kirche unseres Herrn Jesus Christus?
Liebe Leser, Sie spüren jetzt das große Spannungsfeld: Hier der Wunsch der Gottesmutter nach dem Rosenkranz, dort der Tanzlehrer mit dem Wunsch nach "HippHopp".
Der Unterschied zwischen den beiden vorgestellten Praktiken katholischer Jugendarbeit könnte wohl nicht größer sein. Es kommt darauf an, wessen Stimme für die Verantwortlichen in unserer Diözese gewichtiger ist: die Stimme der Gottesmutter oder die Stimme von "Tanzlehrern".
(GB)
Was haben wir falsch gemacht? - Woran krankt die Kirche?
„Was machen wir denn falsch?“ Diese Frage stellte der in den Ruhestand getretene Leiter der Seelsorgeabteilung der Diözese Würzburg Domkapitular Monsignore Hans Herderich. Er sagte bei seiner Verabschiedung: „Wir müssen uns als Kirche selber schon wirklich an der Nase fassen und fragen: was machen wir denn falsch bzw. was müssten wir machen und wie müssen wir es machen, dass unsere Botschaft, von der ich nach wie vor überzeugt bin, dass die ganz hilfreiche Botschaft für uns Menschen ist, die frohe Botschaft, dass diese Botschaft wirklich ankommt?“ ( Quelle Internet-Link: http:// gloria.tv/?media=72434 )
Die Frage ist berechtigt und hochaktuell. Was haben wir falsch gemacht und was machen wir noch immer falsch? Bereits an der Krawatte des ausscheidenden Domkapitulars kann man schon rein äußerlich erkennen, dass sich doch weite Teile der Kirche in Würzburg selbst säkularisiert haben. Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist" (Röm 12,2), so ruft uns der hl. Paulus zu. Hört auf den Hl. Vater und folgt ihm, so würde er vielleicht heute noch hinzufügen.
„Miteinander Kirche sein, hören und sehen was der Mensch sich ersehnt, das sei ihnen wichtig“, sagte der Nachfolger in der Leitung der Hauptabteilung Seelsorge, Weihbischof Ulrich Boom und der Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand sagte: „Die Kirche ist für das Heil der Menschen da. Wir gehen daher auf die Menschen zu und nehmen sie ernst mit allem was sie bewegt.“ Die Diözese versucht den Menschen ernst zu nehmen. Doch leider ist das was sich der Mensch ersehnt oder was ihn bewegt nicht immer das was er wirklich zu seinem Heil braucht. Meistens wählt er den Weg, den die Welt ihm als richtig und angenehm vorgaukelt. Folgen wir seinen Beweggründen und Sehnsüchten führt der Mensch die Kirche in die Irre.
Mit der Fokussierung auf den Menschen verliert man auch leicht das Gespür für Gott und damit letztendlich auch das Gespür für die wirklichen Bedürfnisse des Menschen. Sehr leicht verdunstet dann das A B C für die Gläubigen: die Anbetung, die Beichte, die Katechese. Gott wird in den Hintergrund gedrängt. Daher die Frage: Nehmen wir auch noch Gott ernst?
Dies hat auch etwas mit den Missbräuchen in der Kirche zu tun. „Im Grunde sind die Missbräuche nichts anderes als Sumpfblüten der mangelnden Administration in der Kirche, Sumpfblüten vor allem des Verlustes der Identität der Kirche und ihrer Hinwendung zur Welt, einer Säkularisierung der Kirche, die bis ins Mark geht. Die Kirche muss sich als Ganze wieder Gott zuwenden, seiner Offenbarung und seinen Sakramenten, und dafür sorgen, dass alle ein gottesfürchtiges Leben führen, vor allem die Priester.“ (Prof. Josef Schumacher).
Seit seiner Gründung hat der Liborius Wagner-Kreis versucht, sich dieser Säkularisierung entgegenzustellen. Wir wurden dafür nicht sehr gelobt und unsere Mahnungen auch nicht ernst genommen.
Wir sind noch im Jahr der Priester mit Blick auf den hl. Pfarrer von Ars. Er wollte seine Gemeinde in den Himmel führen. Daher redete er stets mit und von Gott. Sein Blick war zuerst auf Gott gerichtet. Aus dieser Haltung heraus wurde er ein großer Segen für die Menschen und dies gilt bis heute. Nicht auf den Menschen soll unser erster Blick sein, sondern auf Gott und aus dieser Haltung auf den Menschen.
Woran krankt die Kirche? Pfarrer Hansmartin Lochner hat in einer KTV-Sendung hierzu konkrete Beispiele genannt und Stellung bezogen. Wir möchten ihnen diese Aussagen zum Nachlesen sehr empfehlen - diese finden sie im Internet unter http:// gloria.tv/?media=72107
(GB)
Hl. Messe: Kein Mahl ohne das Opfer
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, es ist mir sehr wichtig, das so deutlich zu sagen, weil bereits kurz nach dem Konzil von der Heiligen Messe eigentlich nur noch von einer Mahlfeier geredet wurde. Ganz klar und unmissverständlich: Nein! Die Heilige Messe ist nicht nur eine Mahlfeier, sondern sie ist ein Opfermahl. Denn das Mahl könnte es überhaupt nicht geben ohne das vorhergehende Opfer! Zuerst muss geopfert werden, damit das Mahl überhaupt gehalten werden kann. Das Mahl gibt es nicht selbständig oder unabhängig vom Opfer. Vielmehr wird bei dem Mahl nur verzehrt und kann auch nur verzehrt werden, was bereits vorher geopfert wurde. So wie die Paschalämmer in Ägypten geschlachtet und dann verzehrt wurden, so ließ sich auch unser Paschalamm zuerst hingebungsvoll für unsere Sünden schlachten, um sich uns dann in diesem geschlachteten Zustand hinzugeben, im Zustand des Opfers, als Unterpfand des ewigen Lebens. Weil dieses Fleisch die Zeichen der Sühne und der Beseitigung der Sünde trägt, ist es auch Unterpfand des ewigen Lebens.
Deshalb setzt der Empfang der Heiligen Eucharistie auch die Freiheit von jeder -jedenfalls schweren - Sünde voraus und ist nicht etwa selbst schon ein Sakrament der Sündenvergebung! Leider kann man diesem groben Missverständnis der Worte des Herrn von seinem Blut, das vergossen wird zur Vergebung der Sünden, so als geschehen durch die Kommunion die Sündenvergebung, immer wieder begegnen. Das war nie Überzeugung und Lehre der Kirche und wird es auch nie werden. Das ist grundfalsch! Sie könnten auch mit den Texten vom Gründonnerstag sagen: Erst die Waschung und Reinigung, dann erst das Opfermahl.
Aus der Predigt von Pfr. Ulrich Engel zum Gründonnerstag zu finden bei www.echt-katholisch.de
(GB)
Fastenzeit
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, in der Fastenzeit gehen wir auf das Leiden und Sterben Jesu Christi zu. Für wen stirbt er denn? Für uns! Für sich hätte er das nicht nötig gehabt - er stirbt für uns. Das, was wir am Kreuz sehen, liebe Brüder und Schwestern im Herrn, ist der Kampf Gottes um uns Menschen, um jeden einzelnen. Gott stirbt am Kreuz in aller Demut und Selbstverleugnung, aber auch in aller Freiheit aus Liebe, damit wir die Fülle des Lebens erlangen können. Da können wir nicht sagen: Soll er mal machen ... Sondern da sind wir gefragt. Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, wir können doch nicht Gott um uns kämpfen lassen und uns selbst in der Hängematte baumeln lassen, sondern wir müssen selbst mitkämpfen - da muss doch auch der Letzte unruhig werden und sagen: Wenn ich mir das bewusst mache, muss ich mich aber mächtig ins Zeug legen! Ja, liebe Brüder und Schwestern im Herrn, die Fastenzeit schlägt Alarm und appelliert an uns: Greife zu den geistlichen Waffen, des Fastens, Betens und der Freigebigkeit, damit du frei wirst von den Abhängigkeiten und Verfilzungen in das Vergängliche und Sterbliche, frei wirst vom „Fleisch“, wie Paulus sagt, und frei für Gott, für die Liebe und die unsterblichen, ewigen Werte, für die Fülle des Lebens und die ewige Freude! Kämpfe, tritt zusammen mit Christus in den Kampf ein, der um dein wirkliches Leben, die Fülle des Lebens und die echte, ewige, unsterbliche Lebensfreude geführt wird! Und lasse darum alles, was irgendwann einmal ins Grab sinkt. Das braucht dich nicht zu interessieren, das ist Asche. Entwurzele dich aus der Welt und verwurzele dich in dem, was bleibt, im Unvergänglichen, im Ewigen!
Die Fastenzeit appelliert an uns: Bekehre dich zu Christus als deinem Bräutigam, du bist die Braut. Deshalb lass ihn für dich wieder absolut und kompromisslos deine allerallererste Liebe sein. Die Fastenzeit lädt uns ein, wieder mit Entschiedenheit zu unserer ersten Liebe zurückzukehren!
Aus der Predigt von Pfr. Ulrich Engel zum Aschermittwoch zu finden unter ==> www.echt-katholisch.de
(GB)
Zum Priesterjahr
Ein Wort des heiligen Pfarrers von Ars zum Gebet:
„Auf, meine Seele! Du wirst mit dem lieben GOTT verkehren, mit ihm arbeiten, mit ihm gehen, mit ihm kämpfen und leiden. Du arbeitest, aber Er segnet deine Arbeit. Du gehst, aber Er segnet deine Schritte. Du leidest, aber Er segnet deine Tränen. Wie groß, wie edel, wie tröstlich ist es, alles mit dem lieben GOTT und unter Seinen Augen zu tun, zu denken, dass er alles sieht, alles zählt…!“ (Francis Trochu, Der Pfarrer von Ars, S7f)
(GB)
Heilige Nacht
Nur eine Nacht von den vielen Nächten eines Jahres nennen wir Heilige Nacht. Es ist jene Nacht, in der Christus, das Licht, in die Finsternis kam, um uns zu erlösen. Es ist jene Nacht, in der sich der Himmel mit der Erde vermählt hat. GOTT ist Mensch geworden im Stall von Betlehem - das große Wunder der Heiligen Nacht unbegreiflich aber wahr!
Die Hirten, diese einfachen Leute, waren die ersten, denen diese frohe Botsxchaft zuteil wurde: In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volkk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade." (Lk 2,8-13)
CHRISTUS ist als kleines Kind in einem armen Stall geboren. Er ist Mensch geworden, um uns von der Sünde zu erlösen, um uns von der Angst zu befreien, um uns die Tür zum Himmel zu öffnen. Er möchte uns Hoffnung, Friede, Freude und Trost bringen!
Eilen auch wir mit den Hirten zu Maria, zu Josef und dem göttlichen Kind;bei ihm finden wir Trost, Hilfe, Freude und Frieden in all unseren Nöten.
(LWT)
Gedanken zu Allerheiligen und Allerseelen
1.Die existentielle Bedeutung des Todes
Der Mensch kann denken, er kann zurückschauen in die Vergangenheit und kann ausschauen in die Zukunft und er kann sein Leben überdenken. Deswegen hat auch der Tod beim Menschen eine ganz andere Bedeutung wie bei anderen Lebewesen. Tiere fliehen instinktiv vor dem Sterben, und wenn es über sie hereinbricht, erliegen sie dem Bedrohlichen. Nur der Mensch kann feststellen, dass er einmal sterben wird. Dadurch wird der Tod ein Fakt für den Menschen, das nicht nur am Ende steht, sondern auch hereingreift in das menschliche Leben und dieses Leben insgesamt in Frage stellen kann. Was hat es für einen Sinn, Gutes zu tun, zu lieben, ja überhaupt zu leben, wenn mein Tod einmal das alles beenden wird, wenn ich im Tod aufhöre? Wird dadurch nicht auch alles in meinem Leben sinnlos? – Oder gibt es ein Weiterleben? Wenn das Gute, die Liebe und die Gerechtigkeit siegen sollen, darf menschliches Leben im Tod nicht enden. Von diesem Gedankengang aus sind viele Menschen und Völker auf Gott und die Religion gestoßen. Der Tod ist eine dunkle Pforte, die jeder Mensch durchschreiten muss, er ist die große Frage an den Sinn unseres Lebens. Gewissheit über ein Leben nach dem Tod kann der Mensch von sich aus nicht haben.
2. Die Botschaft Christi von Tod und Auferstehung
Auf die existentielle Frage nach dem Tod gibt Christus durch seine Botschaft und durch sein Leben, vor allem aber auch durch sein Sterben und seine Auferstehung Antwort:
Es gibt ein Weiterleben nach dem Tod. Auf die Frage der Sadduzäer, wem eine Frau, die nacheinander sieben Brüder geheiratet hat, im Himmel gehört, antwortet Christus: „ Ihr irrt euch, es gibt den Himmel, doch werden die Menschen dort nicht mehr heiraten, sondern wie die Engel sein.
Der Mensch muss an Christus glauben und ihm nachfolgen auf seinem Kreuzweg, dann wird er zur Auferstehung gelangen.
Wer auferstehen und zu Gott gelangen will, muss die Sünde meiden; denn, wie Johannes sagt, kann nichts Unreines zu Gott eingehen. Gleich nach dem Tod findet das besondere Gericht statt. Der Mensch wirft die Hülle seines Leibes ab, dabei gelangt unsere Verstandeskraft zur Fülle, wir werden Gott erkennen, die Wirklichkeit verstehen, die Wahrheit erfassen und unser eigenes Leben beurteilen. Nur die Seele derer, die im Sterben frei sind von jeder Sünde und jeder falschen Anhänglichkeit, gelangt sofort zur Anschauung Gottes. Wer noch durch lässliche Sünden und Anhänglichkeiten an die Welt von Gott getrennt ist, wird gereinigt, gleichsam wie im Feuer, wie Paulus sagt. Und wer überhaupt nicht lieben kann, weil er der Todsünde verfallen ist, oder weil er durch die Erbsünde von Gott getrennt ist, bleibt für immer in dieser Trennung von Gott, und das ist die Hölle.
3. Gemeinschaft im mystischen Leib
Alle, die der Kirche angehören, das sind zunächst einmal die Heiligen im Himmel, die triumphierende Kirche, dann die armen Seelen im Fegefeuer, die leidende Kirche, und schließlich die Gläubigen auf der Erde, die kämpfende Kirche, sind durch ein Band der Gnade und Liebe miteinander verbunden. Wir sollen uns den Heiligen und ihrer Fürsprache anvertrauen und für die armen Seelen beten, aber auch die armen Seelen können nach alter Ansicht in der Kirche uns Gnaden vermitteln, wenn wir uns an sie wenden.
4. Beim Weltgericht wird Christus das Böse vernichten, das Gute wird endgültig siegen und die Leiber der Verstorbenen werden auferstehen, die Seelen der Verstorbenen werden wieder mit ihrem Leib vereinigt. Es ist ein verklärter Leib, der unvergänglich sein wird.
Aus „Christusbegegnung im Kirchenjahr“ von Geistl. Rat, W. Lang
(LWT)
Priesterjahr 2009/2010
Brief von Kardinal Hummes zum bevorstehenden Priesterjahr:
Die Kirche will allen sagen, dass sie auf ihre Priester stolz ist
Papst Benedikt XVI. hat dieses besondere Jahr am 18. März bei einer Begegnung mit Mitgliedern der Kongregation des Klerus angekündigt. Es wird im Zeichen des Mottos „Treue zu Christus, Treue des Priesters" stehen und mit der Feier der Vesper zum Hochfest des Allerheiligsten Herzens Jesu, an dem traditionell auch der Welttag der Heiligung der Priester begangen wird, eingeläutet werden. Anlass für das Priesterjahr ist der 150. Todestag des heiligen Pfarrers von Ars Jean-Baptiste Marie Vianney (* 8. Mai 1786 in Dardilly, † 4. August 1859 in Ars-sur-Formans). Papst Pius XI. hatte den beliebten Beichtvater am 31. Mai 1925 heilig gesprochen.
Kardinal Hummes regt in seinem Brief dazu an, aus dem Priesterjahr ein Jahr des Gebetes zu machen - „des Gebets der Priester selbst, des Gebets mit den Priestern und für die Priester, ein Jahr der Erneuerung im Hinblick auf die Spiritualität des Priestertums und im Hinblick auf jeden einzelnen Priester selbst“.
* * * Das Jahr des Priesters Liebe Priester,
das Jahr des Priesters, das Papst Benedikt XVI. ausgerufen hat, um den 150. Todestag des heiligen Pfarrers von Ars, Johannes Maria Vianney, zu feiern, steht vor der Tür. Der Heilige Vater wird dieses Jahr am kommenden 19. Juni, dem Herz-Jesu-Fest und Weltgebetstag für die Heiligung der Priester, eröffnen. Die Ankündigung dieses besonderen Jahres hat weltweit, auch und vor allem unter den Priestern, ein positives Echo hervorgerufen. Setzen wir uns alle mit Entschlossenheit, Überzeugung und Eifer dafür ein, damit es ein Jahr werde, das überall in der Welt, in den Bistümern, den Pfarreien und den Gemeinschaften vor Ort gefeiert wird, und damit dies unter warmherziger Miteinbeziehung des Gottesvolkes geschieht, das zweifellos die eigenen Priester liebt und möchte, dass sie ihrer täglichen Arbeit im Apostolat wahrhaft glücklich, auf würdige Weise und frohgemut nachgehen.
Es soll ein Jahr voller Initiativen werden, ein positives Jahr, in dem die Kirche vor allem den Priestern, aber auch allen Christen und – mithilfe der Massenmedien – der ganzen Welt sagen möchte, dass sie auf ihre Priester stolz ist, dass sie sie liebt, hochschätzt, bewundert und mit Dankbarkeit ihrem pastoralen Wirken und ihrem Lebenszeugnis Anerkennung entgegenbringt. Priester sind nicht nur aufgrund dessen, was sie tun, wichtig, sondern auch aufgrund dessen, was sie sind. Sicher ist es wahr, dass einige Priester auch strafbare Handlungen begangen und Probleme heraufbeschworen haben. Dies muss weiterhin untersucht, entsprechend verurteilt und bestraft werden. Diese Fälle betreffen aber einen sehr geringen Prozentsatz aller Kleriker. Die übergroße Mehrheit der Priester sind achtbare Menschen, die sich der Ausübung ihres Dienstes widmen, das Gebetsleben pflegen und in pastoraler Fürsorge Werke der Nächstenliebe tun. Sie setzen ihr ganzes Leben ein, um ihrer Berufung und Sendung zu entsprechen, was oft große persönliche Opferbereitschaft verlangt. Dazu bewegt sie die authentische Liebe zu Jesus Christus, zur Kirche und zum Gottesvolk, eine Liebe, die sie dazu veranlasst, sich mit den Armen und Leidenden solidarisch zu zeigen. Deshalb ist die Kirche auf ihre Priester in aller Welt stolz.
Dieses Jahr soll uns auch Gelegenheit bieten, die Thematik der priesterlichen Identität und die Theologie des katholischen Priestertums intensiv zu vertiefen sowie ein außerordentliches Gespür für die Berufung und Sendung der Priester in Kirche und Gesellschaft zu entwickeln. Hierzu regen wir die Veranstaltung von Studientagen, Konferenzen und Theologischen Wochentagungen an unseren kirchlichen Fakultäten an. Auch geistliche Exerzitien, welche die Thematik aufgreifen, wissenschaftliche Studien, entsprechende Veröffentlichungen und nicht zuletzt Zeit zur persönlichen Besinnung und Reflexion sind gefragt.
Während der Vollversammlung der Kongregation für den Klerus hat der Heilige Vater bei seiner Ansprache vom 16. März das Priesterjahr ausgerufen und gesagt, dass es Ziel dieses besonderen Jahres ist, das „Streben der Priester nach geistlicher Vollkommenheit, von dem die Wirksamkeit ihres Dienstes entscheidend abhängt, zu unterstützen“. Deshalb muss dieses Jahr auf ganz besondere Weise ein Jahr des Gebets sein, des Gebets der Priester selbst, des Gebets mit den Priestern und für die Priester, ein Jahr der Erneuerung im Hinblick auf die Spiritualität des Priestertums und im Hinblick auf jeden einzelnen Priester selbst. In diesem Sinne bietet sich die heilige Eucharistie als Mittelpunkt priesterlicher Spiritualität dar. Die eucharistische Anbetung zur Heiligung der Priester und die geistige Mutterschaft, welche Ordensfrauen, geweihte Damen und generell Frauen gegenüber den Priestern ausüben, könnten, wie schon vor einiger Zeit vorgeschlagen, weiter entwickelt werden und hierzu sicher überaus segensreich beitragen.
Es sollte auch ein Jahr sein, in dem die konkreten Lebensumstände, in denen unsere Priester sich befinden, überprüft werden. Bisweilen leben sie unter Verhältnissen bitterer Armut, sodass sich uns die Frage ihrer Versorgung mit materiellen Mitteln stellt.
Es soll auch ein Jahr religiöser und öffentlicher Feiern werden, die dem Gottesvolk und den katholischen Gemeinschaften vor Ort die Möglichkeit bieten, sich dem Gebet und der Meditation zu widmen, Feste zu feiern und ihren Priestern in rechter Weise Anerkennung entgegenzubringen. In der kirchlichen Gemeinschaft kommt dem Fest eine große Bedeutung zu, insofern als es warmherziger Ausdruck und Nährboden christlicher Freude ist, die aus der Gewissheit hervorgeht, dass Gott uns liebt und mit uns feiert. So bietet sich hiermit eine Gelegenheit, um das gemeinschaftliche Verhältnis und die Freundschaft zu fördern, die die Priester mit der ihnen anvertrauten Gemeinschaft verbinden.
Man könnte noch auf viele andere Perspektiven und Initiativen eingehen, die zum Jahr des Priesters gehören können und dieses bereichern würden. Hier ist die Kreativität der Ortskirchen gefragt. Deshalb wäre es zu begrüßen, wenn alle Bischofskonferenzen, alle Bistümer, alle Pfarreien und katholischen Gemeinden für dieses besondere Jahr ein Veranstaltungsprogramm entwerfen würden. Offensichtlich wäre es wichtig, das Jahr mit einem bedeutungsvollen Ereignis zu beginnen. Am Eröffnungstag des Jahres des Priesters, dem 19. Juni, sind die Ortskirchen eingeladen, an der unter dem Vorsitz des Heiligen Vaters in Rom stattfindenden Eröffnungsfeier „teilzunehmen“, indem sie eventuell ihrerseits diesen Anlass mit einem liturgischen und festlichen Akt begehen. Diejenigen, die die Möglichkeit haben, zur Eröffnung nach Rom zu kommen, um Ihre Teilnahme an dieser erfreulichen Initiative des Papstes zum Ausdruck zu bringen, sind natürlich herzlich dazu eingeladen. Der Herr wird alle Teilnehmer zweifellos reichlich segnen und die Jungfrau Maria, Königin des Klerus, wird für Euch alle, liebe Priester, beten.
Kardinal Cláudio Hummes Alt-Erzbischof von São Paulo Präfekt der Kongregation für den Klerus
(LWT)
Ostern
Dies ist die Nacht, in der Christus die Schlinge des Todes zerriss und aus der Tiefe als Sieger emporstieg. „Taghell“ wird diese „heiligste“ Nacht, erleuchtet durch Christi Auferstehung! Symbol der Osterkerze. „Es freue sich die Mutter Kirche im Glanz so herrlich schimmernden Lichtes!“ (Exsultet). „Ertöne Siegesposaune zum Preis des erhabenen Königs.“
Wahrhaft eine große heilige Nacht haben wir begangen, in der uns Christi Auferstehung in ihrer Bedeutung wieder so recht bewusst geworden ist als unser Licht, unser Leben, unsere Freude.
In der Feier der Eucharistie begegnen wir jetzt dem Herrn, der siegreich vom Tode erstanden ist. Wir dürfen singen: „Hier ist das wahre Osterlamm, das für uns starb am Kreuzesstamm…“ Und in der Kommunion nährt uns der Gute Hirt, der vom Tode erstanden ist, mit seinem geheimnisvollen Leib zur Teilnahme an seiner ewigen Auferstehungsherrlichkeit im ewigen Leben.
(ANY)
Wo die Güte und die Liebe da ist Gott
Die Einheit ist das große Anliegen der Kirche in den letzten Jahrzehnten. Daher war die Exkommunikation, die sich die Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius durch ihre schismatische Handlung der unerlaubten Weihen zugezogen haben, eine besonders schmerzende Wunde. Stehen sie doch, da sie in der Treue zu der Schrift, der Tradition und den Sakramenten eng mit der katholischen Kirche verbunden sind, dieser sehr nahe und wollen auch dazugehören. Wenn eine volle Zugehörigkeit wieder erreicht werden soll, dann ist die Zeit hierfür wohl nie so günstig wie gerade jetzt.
Die Priesterbruderschaft St. Pius hat den Hl. Vater um die Rücknahme der Exkommunikation gebeten und in einem Gebetssturm für dieses Anliegen den Himmel bedrängt.
Der Hl. Vater, dessen besondere Aufgabe es ist, so wie Christus jedem verlorenen Schaf nachzugehen und es zurückzuholen, hat diesen großen Schritt getan und die Exkommunikation aufgehoben. Dadurch ist der Weg für weitere Einigungsgespräche wesentlich offener. Der Hl. Vater zeigt damit seine Liebe und Güte zu denen, die ihm die Hand reichen wollen, aber auch noch Probleme sehen.
Jedoch die Welt versteht dies nicht, wie sie auch damals Christus nicht verstanden hat. Sie steht bereit, um auf ihn einzuprügeln. Sie sucht Gründe, warum dieses Verzeihen nicht sein darf, obwohl sie es sonst von ihm einfordert. Und sie findet auch Gründe. Irgendjemand hat immer einen Fehler gemacht, der dann in diesem Augenblick in das Licht der Öffentlichkeit gezogen und präsentiert wird. Dabei hat das Eine nichts mit dem Anderen zu tun. Ein verwerfliches Spiel Vieler, geeint im Kampf gegen Rom, gegen den „Petrus“ unserer Tage.
Der Liborius Wagner-Kreis dankt dem Hl. Vater für seine Güte und Liebe und steht fest und treu zu seiner Entscheidung. Er unterstützt seine stets redlichen Bemühungen um die Einheit der Kirche.
(GB)
Verlust des Sündenbewusstseins
Wie oft und wie wird gebeichtet? Wie können die Gläubigen die Bedeutung der Beichte erkennen? Worin bestehen die Aufgaben des kurialen Gnadenhofes für den sakramentalen wie nichtsakramentalen Gewissensbereich, der Apostolischen Pönitentiarie? Und warum war die Pönitentiarie in der Vergangenheit so wichtig, während sie heute fast in Vergessenheit geraten ist? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich das älteste vatikanische Dikasterium im Rahmen einer Tagung, die vom 13. bis 14. Januar.
Angesichts der Krise des Bußsakraments seit den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, hob der Regent des Gerichts der Apostolischen Pönitentiarie, Bischof Giovanni Francesco Girotti in einem Interview mit ZENIT hervor, sei es um das Bußsakrament nicht gut bestellt, und das gelte sowohl für die Praxis als auch für das allgemeine Verständnis. Die vom Zweiten Vatikanischen Konzil vorhergesagte und in den letzten Jahren verwirklichte Reform beziehe sich vornehmlich auf den Ritus. Allerdings habe es den Anschein, so Girotti, dass es ihr nicht gelungen sei, dem theologischen Verständnis oder dem Glauben an dieses Sakrament neues Leben zu geben. Einige Diözesen hätten deshalb Kampagnen zur vermehrten Bußpraxis durchgeführt.
Bischof Girotti verwies in seiner Diagnose zur fehlenden Liebe zum Bußsakrament zunächst einmal darauf, dass generell eine Abnahme des sakramentalen Verständnisses festzustellen sei, wies aber zugleich darauf hin, dass sich auch das weit verbreitete fehlende Sündenbewusstsein entsprechend auswirke. Zum Verlust des Sündenbewusstseins komme es vor allem, weil der Sinn für die Beleidigung Gottes abhanden gekommen sei: „In einer säkularisierten Welt wird seine Gegenwart als unwichtig erachtet."
Was wird es bringen, das ist immer die bange Frage, wenn wir die Schwelle eines neuen Jahres überschreiten, denn wie eine Landschaft in dichtem Nebel liegt es vor uns. Niemand kann ihn durchschauen. Zwar gehen gute Wünsche von Mund zu Mund, fragt man dabei, was es wohl bringen wird, dann ist die Antwort: Man muss es nehmen, wie es kommt. Man kann nichts ändern, ob es Freud oder Leid bringt, oder beides zusammen. Kann man wirklich nichts ändern? Muss alles geschehen, wie es für uns bestimmt ist? Gewiss lässt sich viel nicht ändern und auch das Leid nimmt der Christ in Demut aus Gottes Hand an. Er macht es sich dadurch aber verdienstlich für den Himmel.
Vieles aber können wir ändern. Mehr als wir glauben. Nach Gottes Willen liegt Entscheidendes und Allerwichtigstes in unserer Hand! Denken wir nur ein wenig nach! Wir können einem Jahr einen reichen Inhalt geben, können es zu einem Jahr großer, unvergänglicher Werte und Schätze machen oder wir können durch eigene Schuld leer ausgehen. Wir können es anfüllen mit guten oder mit bösen Taten. Soll es für uns ein Jahr der Gnade und des Heiles und damit unvergänglichen Reichtums für uns werden, müssen wir es beginnen:
Mit einem gläubigen Herzen. Der Glaube soll uns Leuchte sein, der unsern Weg erhellt. Kein oberflächlicher, sondern ein tiefer, überzeugter Glaube. Eine tiefe, katholische Glaubensüberzeugung wird uns vor vielen, ja gefährlichen Irrwegen abhalten. Niemals gegen unsern- Glauben entscheiden! Der Glaube ist unser Licht, unser Trost, unsere Kraft. In einem alten Lied heißt es: “Einen goldnen Wanderstab ich in meinen Händen hab; aus dem Himmel ist er her, in den Himmel weiset er: Dieser Stab, seht, ist mein Glaube, stark und mächtig stützt er mich. Trennt auch Leib und Seele sich, auf ihn trau und baue ich.“ Daher wollen wir heute innig bitten: „Herr, vermehre unsern Glauben!“
Mit einem guten Willen, Gott treu zu dienen und ihn zu lieben. Das erweist sich darin, dass wir ständig danach streben, Gottes Gebote immer besser und getreuer zu halten. „Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt“, sagt Jesus. Die beiden großen Gebote der Gottes- und Nächstenliebe müssen uns das besondere Anliegen sein. Das bringt auch viel Freude, Friede und Glück ins Herz. Soll es ein glückliches neues Jahr werden, dann liebe Gott von Herzen und tue Gutes soviel du kannst. Die großen Anliegen der Kirche sollen dir von besonderer Bedeutung sein: Diaspora, Mission, Kirchenbau, Hunger in der Welt, Priesternachwuchs. „Wirket, solange es Tag ist, damit nicht die Nacht und Finsternis euch überrasche“, sagt der Herr. So sammeln wir uns Schätze, die weder Rost und Motten verzehren, noch Diebe ausgraben und stehlen können.
Mit einem großen Gottvertrauen wollen wir schließlich dieses Jahr beginnen. Er wacht über uns, er hält unser Leben und Schicksal in seiner Hand. Was über uns kommt, Freud oder Leid, Glück oder Unglück, kommt aus seiner Hand und wir wissen, dass „denen, die Gott lieben, alles zum Besten gereicht“.
Wenn wir mit diesen drei Vorsätzen: mit einem gläubigen Herzen, mit gutem Willen und mit einem großen Gottvertrauen dieses Jahr beginnen, wird es sicher für uns ein Jahr des Heiles und der Gnade werden, worauf es im letzten ja am meisten ankommt.
(ANY)
Unterschiede im Kommunionempfang?
„Was bedeutet es, vor dem Allerheiligsten Sakrament zu knien? Es bedeutet Anbetung, es bedeutet, die wirkliche Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie anzuerkennen“, sagt der neue Liturgie-Präfekt des Vatikans Die Mundkommunion – für Papst Benedikt die bevorzugte Art des Kommunionempfangs – ist “nicht nur eine Formsache”, sagte der neue Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung im Vatikan, Kardinal Antonio Cañizares Llovera, in einem Interview mit der spanischen Zeitung La Razón am Sonntag.
"Was bedeutet es, die Kommunion in den Mund zu empfangen? Was bedeutet es, vor dem Allerheiligsten Sakrament zu knien? Was bedeutet es, während der Wandlung in der Messe zu knien? Es bedeutet Anbetung, es bedeutet, die wirkliche Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie anzuerkennen“, sagte der bisherige Erzbischof von Toledo.
"Es bedeutet Respekt und eine Haltung des Glaubens eines Menschen, der sich vor Gott niederwirft, weil er weiß, dass alles von Ihm kommt, und wir fühlen uns sprachlos, bestürzt vor der Herrlichkeit Gottes, seiner Güte und seiner Barmherzigkeit.
Deshalb ist es nicht dasselbe, die Hand hinzuhalten und die Kommunion irgendwie zu empfangen, wie es in respektvoller Weise zu tun. Es ist nicht dasselbe, die Kommunion stehend oder kniend zu empfangen, weil all diese Zeichen auf eine tiefe Bedeutung hinweisen. Wohin wir gelangen müssen ist diese tiefe Haltung des Menschen, der sich selbst vor Gott niederwirft, und das ist es, was der Papst will.“
Quelle Internet-Link: ==> kath.net/detail.php?id=21614
(LWT)
Volle Kirchen, doch nicht bei der hl. Messe
Unsere Kirchen sind wieder voll? Die Kirche war sehr gut besetzt und die Dienstagszeitung berichtete darüber: „Nach zwei Stunden war ein gelungenes Programm beendet - natürlich nicht ohne Zugaben, die sich das begeisterte Publikum in der Kirche mit standing ovations „erklatschte"". Die Überschrift zu dem Artikel über das Konzert in der Kirche lautete übrigens: „Liebe, Sehnsucht und Leidenschaft". Es hätte genauso gut auch „Von traditionell-besinnlich bis rockig-flott" heißen können, wie ein Artikel über ein anderes Kirchenkonzert auf der vorhergehenden Seite berichtet. Die Themen spielen heute bereits eine untergeordnete Rolle. Die Zeitungen sind voll von Berichten über Kirchenkonzerte in den einzelnen Gemeinden. Die Fotos zeigen meist die Chöre, wie sie sich auf den Altarstufen präsentieren und mit den meist biblischen Themen der Altarraumausschmückung fast ein sakrales, feierliches Bild bieten. Kirchenkonzerte sind „in". Die Tageszeitungen am Montag und Dienstag berichten über Kirchenkonzerte des Wochenendes. Die Mittwoch-, Donnerstag- und Freitagsausgaben weisen bereits auf die Kirchenkonzerte des kommenden Wochenendes hin.
Doch was ist mit Ihm? Was der Herr dazu sagt, dem die Kirchen in einer feierlichen Weihe übergeben und damit dem profanen Dienst entzogen wurden und dessen fester Wohnsitz dort ist, steht in den Berichten nicht. Er wurde ja auch nicht gefragt. Die Sänger wollen ja eigentlich auch nichts mit ihm zu tun haben. Sie zeigen ihm bei ihren Auftritten ja üblicherweise den Rücken (oder sollte man sagen „den Hintern"), damit sie sich ihrem großen Verehrer, dem Publikum, präsentieren können. Der Herr ist aber immer noch da, das „Tabernakellicht" brennt noch ganz deutlich.
Oder sollte man Ihn besser entfernen? Sensiblere Pfarrer, entfernen das hl. Sakrament, den Herrn, einige Stunden vor dem Auftritt. Sie wissen was bei einer Probe vorher alles „abgeht" und wissen auch, dass beim Auftritt Er keine Rolle in seinem Hause mehr spielt. Sie wollen dem Herrn dies ersparen und die Gewissen einiger Katholiken nicht belasten. Doch ist es richtig, dass der Herr sein Haus räumen muss, weil andere in ihm ihr (Un)wesen treiben? Der neue Besitzer heißt „Kunst" und ihm muss alles weichen, auch der Herr im Tabernakel?
Da ist noch das Publikum. Interessant ist das Verhalten der Besucher. Da gibt es die Ungläubigen und die evangelischen Christen. Für sie spielt der Tabernakel in der Kirche keine Rolle. Auch viele Katholiken, die kein Verständnis mehr für die Eucharistie und sakrale Räume haben, sehen die Kirche als Konzertraum, gehen hinein, suchen sich ein Platz und setzen sich hin. Dann gibt es noch die praktizierenden Katholiken. Sie sehen den Weihwasserkessel und wissen, dass sie ja jetzt üblicherweise ein Kreuzzeichen und eine Kniebeuge machen sollten, aber sie gehen ja nicht in die Messe oder in die Andacht. Sie sind ja nicht mehr unter sich. Man müsste sich ja in einer katholischen Kirche als praktizierender Katholik bekennen! So umgehen viele unauffällig den Weihwasserkessel, machen auch keine Kniebeuge und setzen sich als Konzertbesucher, so wie die Ungläubigen und die evangelischen Christen auf ihren Platz. Man ist damit einer der vielen neutralen Konzertbesucher, die den kommenden musikalischen Genuss erwarten. Ganz, ganz wenige sind bereit, wie sie es sonst auch bei Betreten einer katholischen Kirche tun, sich Weihwasser zu nehmen, sich zu bekreuzigen, sich hinzuknien, den Herrn im Altarsakrament zu begrüßen und sich dann zu setzen. Beim Hinausgehen wiederholt sich das gleiche Spiel.
Äußerliche Handlungen sind Zeichen innerer Gesinnung! Alle unsere äußerlichen Handlungen sind Zeichen einer inneren Haltung und wenn wir heute dem Herrn das Haus wegnehmen, um es für unseren Kunstgenuss zu beschlagnahmen, so zeigen wir ihm, dass wir etwas über ihn gesetzt haben, das uns mehr wert ist. Das Umfunktionieren einer Kirche in einen Konzertraum, und eine schöne Kirche gibt dem Konzert schon einen Hauch göttlicher Erhabenheit, ist eine nicht zu übersehende Aufwertung der großen Göttin Kunst, der viele heute huldigen und ihr Opfer bringen. Das Umfunktionieren zieht aber automatisch eine Entsakralisierung und einen weiteren Glaubensschwund mit sich. Heiliges darf man nicht mit Profanem mischen. Immer wird dabei das Heilige abgewertet.
(GB)
Advent: Ihr wisst nicht, wann der Herr kommt, also seid wachsam!
"Ihr wisst nicht, wann der Herr kommt, also seid wachsam!" – so steht es geradezu beschwörend im Evangelium. Und in seiner letzten Ankunft kommt der Herr nicht mehr als Erlöser, sondern als Richter. Als erschreckendes Beispiel erwähnt Jesus die Sorglosigkeit der verderbten Menschheit vor der Sintflut, „die alle hinwegraffte. So wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein.“
In einer ähnlichen Welt leben wir heute. Was kümmern sich heute unzählige Menschen noch um Gott und seine heiligen Gesetze und Gebote! Man lebt in Saus und Braus du trachtet nur danach dem Leben möglichst viel Spaß, Genuss und vergnügen abzugewinnen. Der Gedanke an den wiederkommenden Herrn und an die Ewigkeit ist dem größten Teil der Menschen fremd geworden, sogar vielen, vielen Christen. Und selbst wenn noch so viele plötzlich aus dem Leben gerissen werden durch Herzversagen oder Verkehrsunfälle, so rührt das die meisten nicht. Sie sind längst unfähig geworden, an die Ewigkeit zu denken.
Seid wachsam und bereit! Wir wollen diesen Adventsruf des Herr und der Kirche hören und ihn auch beherzigen, denn es geht um die größte Entscheidung unseres Lebens, um die Ewigkeit. Im letzten Moment sich daran zu erinnern, kann viel zu spät sein. Nicht umsonst hat uns das der Herr ganz deutlich mit dem Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen und im Gleichnis vom wachsamen Knecht vor Augen geführt.
Wir erwarten ja den Herrn. Und in Erwartung des Herrn stehen heißt Advent. Wir erwarten ihn in unserer Abberufung aus dieser Welt. Niemand weiß und kennt die Stunde, wann er abberufen wird. Im Evangelium steht: „Darum haltet euch bereit! Wir erwarten ihn aber auch in seiner Wiederkunft am Ende der Welt, wo er und vollkommen und ganz, mit Leib und Seele in seine unvergängliche Seligkeit führen will. Wir erwarten ihn aber auch im Weihnachtsfest, in der Feier seiner Geburt und seines Kommens in die Welt als Heiland und Erlöser. Er soll durch die Weihnachtsfeier neu in uns Gestalt annehmen, von uns als Erlöser aufgenommen, in unseren Herzen gleichsam neu geboren werden, damit er uns bei seiner Wiederkunft als die Seinen erkennen kann.
Wie bereiten wir uns vor? Ganz einfach gesagt: durch ein christliches Leben, ja durch ein immer gediegeneres christliches Leben, das angedeutet ist mit den Worten des Herrn: „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist!“ Diese unsere ständige Lebensaufgabe wollen wir wieder mit größerer Entschiedenheit anpacken, uns bemühen, immer besser nach dem Willen Gottes und seinen heiligen Geboten zu leben und, wo wir gefehlt haben, zu bereuen und zu bekennen. Kein Tag soll vorbei gehen ohne einen kurzen Akt der Liebesreue am Abend, damit wir immer und zu jeder Stunde bereit sind. In unserer Zeit, wo so viele Menschen eines plötzlichen Todes sterben, ist dies eine ganz, ganz wichtige Sache: die tägliche vollkommene Reue. Tun wir auch viel Gutes unseren Mitmenschen, denn „die Liebe deckt viele Sünden zu“. Auf diese Weise werden wir einen heiligen und gnadenreichen Advent erleben und einem gnadenreichen Weihnachtsfest entgegengehen.
(ANY)
Monastisches Leben in traditioneller Ausprägung in Deutschland wieder möglich!
Wer sich intensiv mit der Kirche beschäftigt weiß es schon lange. Die Krise der Kirche zeigt sich am deutlichsten an der Krise der Eucharistie oder auch anders formuliert: die Krise der Kirche wird von der Krise der Eucharistie verursacht. Und es ist auch kein Geheimnis, dass dort, wo hl. Messe besonders ehrfürchtig nach den Rubriken gefeiert wird, und besonders dort wo die alte Messe ehrfürchtig gefeiert wird, es keine Nachwuchsprobleme im Priester- oder Ordensstand gibt. So ist es nicht verwunderlich, dass jetzt erstmals in Deutschland ein ganzes Kloster wieder zu seinem altehrwürdigen Ritus vor dem Konzil zurückkehrt. Es ist die Trappistenabtei Mariawald in der Diözese Aachen.
"Aufgrund seiner Bitte hat der Heilige Vater, Papst Benedikt XVI., dem Abt der Trappistenabtei Mariawald in der Diözese Aachen, Dom Josef Vollberg O.C.S.O., das Privileg erteilt, mit seiner Abtei zur Liturgie und zur Observanz im Alten Usus des Ordens zurückzukehren, der bis zu den Reformen im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils galt."*
"In einem Schreiben der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’ vom 21. November 2008 wird der Abtei dieses päpstliche Privileg gewährt."*
"Das Reformprojekt in Mariawald und die diesbezügliche Bitte des Abtes kann als eine Frucht der Bemühungen Papst Benedikts XVI. um die Erneuerung der Kirche im Geist der Tradition angesehen werden."*
"Weltweit ist spürbar, dass Klostergemeinschaften, welche die vorkonziliare lateinische Liturgie pflegen, beachtliche Nachwuchszahlen aufweisen können."*
"Mit dem päpstlichen Privileg ist nun erstmalig auch in Deutschland die Möglichkeit für junge Menschen eröffnet, die alte Tradition des kontemplativen Lebens in den erhabenen Formen der klassischen Liturgie und in der strengen Observanz der Regel des Heiligen Benedikt zu leben."*
* Quelle Internet-Link: ==> kath.net/detail.php?id=21434
(LWT)
Ein Bischof zeigt in die richtige Richtung
Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst will laut einem Bericht der „Frankfurter Neuen Presse“ in seinem Bistum die Bezeichnung „Seelsorger“ nur mehr für Priester reservieren. Laientheologen sollen nicht mehr als Seelsorger bezeichnet werden.
Der Liborius Wagner-Kreis betrachtet diese Entscheidung als einen Schritt in die richtige Richtung.
Die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern, dass in ihrer Jugend „Seelsorger“ selbstverständlich nur Priester sein konnten. Etwas anderes gab es nicht. Mit der Zeit änderte sich das Bild: ... mehr: http://liborius-wagner-kreis.de/cms/kommentar-003.php
(PH)
„Humanae Vitae“ - Der Papst hat doch Recht!
Die Enzyklika „Humanae Vitae“ wurde vor 40 Jahren, am 25. Juli 1968, veröffentlicht.
Es war die Zeit der „sexuellen Befreiung“. Die Pille zur Verhütung menschlichen Lebens gab es bereits seit ein paar Jahren und wurde schnell zum Symbol dieser angeblichen Befreiung. Ihre möglichen medizinischen und moralischen Auswirkungen waren kaum bekannt. Die Kirche musste zu dieser Entwicklung Stellung beziehen.
Papst Paul VI hatte Bischöfe und Moraltheologen als Ratgeber. Die Mehrheit der Ratgeber sprach sich gegen ein Verbot künstlicher Empfängnisverhütung aus. Papst Paul VI entschied anders. Er folgte der Minderheit, blieb damit aber der Kontinuität der Lehre der Kirche treu, die Abtreibung, Sterilisation und künstliche Verhütung für unerlaubt erklärt. Es wurde eine prophetische Enzyklika. Auch Papst Johannes Paul II und Benedikt XVI halten unverändert an ihr fest.
„Humane vitae“ ist kein Last, sondern eine Freude. Wer sich an sie hält, wird zur Fülle des Lebens geführt. „Gott nimmt uns an der Hand durch seine wunderbaren Gebote und führt uns durch die Zeit“, so die Stimme einer kinderreichen Mutter. Eine andere Stimme: „Warum hat uns niemand von „Humanae vitae“ erzählt, als wir jung waren“. Humanae vitae ist keine Meinung, sondern eine Enzyklika! Sie hat für die katholische Kirche umfassende Geltung.
In Deutschland entschlossen sich die katholischen Bischöfe damals, das päpstliche Lehrschreiben zu relativeren. Sie verabschiedeten die „Königsteiner Erklärung“. Ohne dem Papst direkt zu widersprechen, überließen sie es der persönlichen Gewissensentscheidung, ob man sich an das Wort des Papstes halten wolle oder nicht. Damit war die Enzyklika in Deutschland praktisch außer Kraft gesetzt und der Verhütungsmentalität unter Katholiken Tür und Tor geöffnet. Diese falsche Weichenstellung wurde in der Praxis durch die meisten Priester unterstützt.
Heute kann man die verheerenden Auswirkungen der Pille überall erkennen, sie sind mit Händen zu greifen. Nicht nur Aids, auch die demographische Entwicklung, die vielen Ehescheidungen mit dem dadurch entstanden unendlichen Leid der Kinder sind nicht selten Früchte dieser sexuellen Revolution. Es gab den „Pillen-Knick“ und die Pornographie nimmt immer noch zu. Auch die sexuellen Übergriffe von Erwachsen auf Kinder reißen nicht ab. Wer nach den tieferen Ursachen forscht, wird an der Pille und dem Sexualverständnis, das ihr zugrunde liegt, nicht vorbei kommen. Sie hat nachhaltig unsere Welt verändert.
Für uns gilt es, die Enzyklika „Humanae vitae“ neu zu entdecken und im ehelichen Leben zu verwirklichen. Sie ist eines der Mittel zur Neuevangelisierung. Der Text der Enzyklika ist unter dem Titel „Aufbruch zur Neuevangelisierung, Liebe die aufs Ganze geht“ beim Freundeskreis Maria Goretti e.V., Engelbertstr. 21, 81241 München, erhältlich.
(GB)
Sidney 2008: Der Weltjugendtag ist zu Ende
Für die, welche dabei waren, war es ein überwältigendes Erlebnis gewesen. „Wenn man durch Sydney ging, meinte man zunächst, ein großes Event zu erleben. Aber in den Gottesdiensten war die Aufmerksamkeit groß. Die Jugendlichen hörten zu, sangen und beteten – auch öffentlich“ (Bischof Friedhelm Hofmann, Tagespost). Abseits des großen Medien-Echos wurde praktisch rund um die Uhr von mehr als 1000 Priestern an 250 Orten die Möglichkeit zur Beichte angeboten - das Angebot wurde von vielen jungen Menschen genützt. Wie viele gute Samen sind in diesen wenigen Tagen gesät worden? ...
Wider den Modernismus: Das „Credo des Gottesvolkes“...
Dem großen Aufbruch des Modernismus in der katholischen Kirche und der damit verbundenen Verunsicherung der Gläubigen, besonders nach dem Zweiten Vatikanum, setzte Papst Paul VI am 30. Juni 1968 das „Credo des Gottesvolkes“ entgegen. Es gibt uns auch noch heute, in den Wirren und Angriffen unserer Tage, ein vollständiges und detailliertes Bekenntnis unseres Glaubens, in dem alles erklärt wird, was im Glaubensbekenntnis von Nizäa tatsächlich enthalten ist.
"Das Credo des Gottesvolkes ist eine der prophetischsten Gesten, die im vergangenen Jahrhundert von einem Nachfolger Petri gesetzt wurden. Das passiert oft, vor allem, wenn sich ein Papst darauf beschränkt, seine Arbeit zu tun. Über die Umstände und Fakten, die den Papst der Enzykliken Ecclesiam Suam und Populorum progressio veranlasst haben, „die wichtigsten Punkte des von den bedeutendsten ökumenischen Konzilien proklamierten Glaubens der Kirche“ zu wiederholen, ist nur wenig bekannt. ..."... Ein Auszug aus dem Artikel der katholischen Monatszeitschrift "30giorni" ("30Tage") mit dem Titel: "Paul VI., Maritain und der Glaube der Apostel"...
10 Fragen, die Peter Seewald schon immer einmal Benedikt XVI. stellen wollte - hier die Frage Nr. 7 zum Thema WELTBILD-Verlag (von Peter Seewald):
(7) In den liberalen Medien haben christliche Positionen keine Chance. Der Vatikankorrespondent des Spiegel stellt einen Kardinal Meisner gar in die Nähe der Nazis. Aber selbst in der auflagenstärksten Publikation der deutschen Bischöfe, dem rein profitorientierten WELTBILD-Katalog, der jeden Monat Millionen von Haushalte erreicht, werden katholische Themen wie Aussatz behandelt. Verstehen Sie, dass man die Sonntagsreden von der Neuevangelisierung nicht ernst nehmen kann?
Quelle (Internet-Link): kath.net/detail.php?id=20152
Fakten zum Thema WELTBILD-Verlag: Alleinige Gesellschafter der Verlagsgruppe WELTBILD sind 14 katholische deutsche Diözesen und die Soldatenseelsorge Berlin (Stand: 30.06.2008). Nach dem Auftrag der Gesellschafter ist WELTBILD ein Medienunternehmen mit publizistischen Aufgaben. „Weltbild muss wirtschaftlich und gewinnorientiert agieren, ohne aber die ideellen Ziele aus den Augen zu verlieren", betont der Vorsitzende der Geschäftsführung, Carel Halff: „Diese Langfristigkeit in der Zielsetzung unterscheidet uns sehr positiv von anderen Unternehmen." Die Verlagsgruppe WELTBILD gehört 14 katholischen deutschen Diözesen, also der katholischen Kirche Deutschlands.
"Ideelle Ziele" sind allenthalben erkennbar in massenhaften WELTBILD-Angeboten, die leider massiv den Glauben zerstören. So konnte man zum Stand 1. Juli 2008 z.B. Folgendes finden:
Fundort: Internetshop des WELTBILD-Verlages: www.weltbild.de
Der WELTBILD-Verlag kann nicht zwei Herren gleichzeitig - Gott und dem Mammon - dienen. Entweder wird die Entscheidung für oder gegen unseren Herrn Jesus Christus getroffen.
Es gab einmal Hirten, die für den Glauben der Kinder solchermassen sorgten:
Zitat: "Das vorliegende Gebet und Gesangbuch ist zunächst für die liebe Schuljugend bestimmt. Es soll als Unterlage dienen für die Haus-, Schul- und Kirchen-Andachten. Erfahrungsgemäss prägen sich die gereimten Gebete am besten dem Gedächtnisse ein. Aus diesem Grunde sind die täglichen Gebete gereimt. Das Kind soll sie auswendig lernen. So wird dem Kinde die Erfüllung der überaus wichtigen Gebetspflicht erleichtert. Das Gebet ist doch das Atmen der Seele. Ohne Gebet ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Darum christliche Eltern und Erzieher, lehret eure Kinder vor allem beten! Betend führet die Kinder zu Gott, der sie euch anvertraut hat!"
Zitat: "Lehren wir die Volksseele dem Herrn lobsingen! - Helfet dazu Kirchen, Schulen, Anstalten und christliche Familien! - Ein frommes Lied der Mutter erbaut das Kind und lenkt seine Gedanken himmelwärts! - Preise meine Seele den Herrn und alles was in mir ist, seinen heiligen Namen!"
Zitat: "Beim Verlassen deiner Wohnung besprenge dich mit Weihwasser. - Gehe nicht an Orte, wohin dein Schutzengel dir nicht folgen kann."
Zitat aus demselben Buch - Seite 15: "...Halte Dich fern von glaubenslosen Menschen und Religionsspöttern. Ihr Mund ist voll Gift für Deine Seele. Noch eine andere Quelle des Bösen mußt Du sorgfältig zu meiden entschlossen sein. Das sind die glaubensfeindlichen Bücher und Zeitungen, die so vielen Menschen den Glauben aus dem Herzen reissen. ..."
(PH)
Was der Papst will...
"Lassen sie mich das ganz klar sagen: Der Heilige Vater will, daß die überlieferte Form der Messe regulärer Bestandteil des liturgischen Lebens der Kirche wird, damit alle Gläubigen – die jungen wie die alten – sich mit den alten Riten vertraut machen und von ihrer spürbaren Schönheit und Transzendenz profitieren können. Der Heilige Vater will das sowohl aus pastoralen als auch aus theologischen Gründen."
Vatikanstadt - Bei Papstmessen dürfte der Kommunionempfang im Knien künftig der Normalfall werden. Eine entsprechende Einschätzung äußerte der päpstliche Zeremonienmeister Guido Marini in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview der Vatikanzeitung «Osservatore Romano». Zuletzt war bei einem Pastoralbesuch von Benedikt XVI. in Süditalien vor zwei Wochen die traditionelle Kommunionbank zum Einsatz gekommen, wie sie bis zur Liturgiereform von 1970 in der katholischen Kirche allgemein üblich war.
Marini hob in dem Interview hervor, bei der Handkommunion handle es sich um ein Zugeständnis, das der Vatikan einzelnen Bischofskonferenzen auf deren Bitte eingeräumt habe. Benedikt XVI. unterstreiche mit seiner neuen Praxis die Gültigkeit der liturgischen Norm für die ganze Kirche. Der kniende Kommunionempfang bringe die Gegenwart Christi im Altarsakrament besser zum Ausdruck, fördere die Frömmigkeit und den Sinn für das Mysterium. Diese Aspekte seien «dringend zu betonen und wiederzuentdecken», sagte Marini. Eine Bevorzugung dieser Form tue der anderen Haltung jedoch keinen Abbruch.
Mein Neffe und ich gingen zusammen unter einem kleinen Regenschirm. Mein Mann hatte einen wasserdichten Mantel und ging direkt entlang der Mauer der Hauptbibliothek, um sich vor dem Regen zu schützen, während wir beide immer von einer Seite zur anderen wechselten, um den Pfützen auszuweichen. So näherten wir uns, ohne es selbst zu merken, einer Allee von Bäumen, und während wir über eine größere Pfütze sprangen, traf uns ein Blitz aus der Höhe, der so stark war, dass wir verkohlten. Mein Neffe war sofort tot und verstarb an Ort und Stelle.
Der Blitz hatte ihn von rückwärts getroffen und sein ganzes Inneres verbrannt. Äußerlich blieb er unversehrt. Obwohl er so jung war, war er ein ganz GOTT ergebener Mensch. Er verehrte besonders das JESUS-Kind. Er trug eine Medaille von IHM in einem Quarzkristall um den Hals. Die Fachleute der Gerichtsmedizin sagten, es sei der Quarz gewesen, der den Blitz angezogen habe. Der Blitz ist direkt in sein Herz eingedrungen. Es trat sofort Herzstillstand ein. Es verbrannten alle seine inneren Organe, und danach verließ der Starkstrom des Blitzes seinen Körper über seine Beine. Die Wiederbelebungsversuche waren vergeblich. Aber rein äußerlich hatte er keine Verbrennungen.
Was mich betrifft, so drang der Blitz über meinen Arm ein und verbrannte meinen gesamten Körper, innerlich und äußerlich, in schrecklicher Art und Weise. Diesen meinen wiederhergestellten Körper, den Sie jetzt und hier vor sich sehen, habe ich nur der Göttlichen Barmherzigkeit zu verdanken – er ist ein Ausdruck der Barmherzigkeit dieses unseres Gütigen und uns über alles Liebenden GOTTES. Mein ganzes Fleisch war durch diesen gewaltigen Blitzschlag verkohlt. Meine Brüste waren weg. Vor allem auf der linken Seite hatte ich da, wo vorher mein Busen war, ein großes Loch. Es gab kein Fleisch mehr an mir, sowohl meine Rippen, mein Bauch, mein Unterleib als auch meine Beine und meine Leber waren komplett verkohlt. Der Blitz verließ meinen Körper über mein rechtes Bein. Meine Nieren erlitten starke Verbrennungen, ebenso meine Lungen und meine Eierstöcke. Ich verwendete die Spirale als Verhütungsmittel. Diese war aus Kupfer, und Kupfer ist ja ein guter elektrischer Leiter. Deshalb waren wohl auch meine Eierstöcke so stark verbrannt. Sie waren so klein wie zwei mittrockenen Weinbeeren in Trauben gebündelte Ästlein eines vertrockneten Weinstocks.
Ich erlitt einen Herzstillstand und war praktisch ohne Leben. Mein Körper zuckte und vibrierte wegen des elektrischen Schlags, den der Blitz erzeugt hatte. Selbst der nasse Boden stand noch unter elektrischer Ladung. Deshalb konnte mir im ersten Moment auch niemand helfen, da es für längere Zeit unmöglich war, mich anzufassen...